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Das letzte Band
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Schauspiel
von Samuel Beckett
 
Premiere: 16. Februar 2013
Inszenierung: Joerg Steve Mohr
Regieassistenz: Teresa Ungan
Bühne: Joerg Steve Mohr, Teresa Ungan, Tobias Disch
Ausstattung: Teresa Ungan
Es spielt Christian Ohmann
 
Sinn im Unsinn. Land ohne Küste. Die sinnhafte Sinnlosigkeit des Lebens finden und ergreifen! Und schätzen lernen. Und auch verachten. Der spiralförmige Verlauf unseres Lebens als Individuum inmitten einer übermächtigen Mediengesellschaft. Das Bewusstsein endlich zu sein. Selbstmord wäre keine Lösung. Ertragen. Mittragen. Davontragen! »Spät abends in der Zukunft«, an einem kleinen Schubladentisch, auf dem ein Tonbandgerät und mehrere Kartons voller alter Tonbänder stehen. Das ist er. Krapp. Der Alte. Oder ich. Oder sie? Auf jeden Fall er. Auf jeden Fall jemand. In der Zukunft. Bananenkult und Lebensbilanz ... Willkommen im Absurden! Lassen Sie die Spiegel zuhause. Wir haben genug vor Ort. Oder?


Im Theater am Puls begrüßen Sie, wenn Sie in das Stück „Das letzte Band“ von Samuel Beckett gehen, der kubanische Song „Chan, Chan“, Sand, Tisch, Stuhl und ein weißer Vorhang.
Karg sieht die Bühne aus, karg bleibt sie auch, wenn der zweite Raum hinter dem Vorhang, sich zeigt.
Hier lebt Krapp.
Der alte, schlurfende, zerzauste Krapp, der – sich rhythmisch zu der Musik bewegen wollend – nichts als hilfloses Schlacksen mit Schirm hervor bringt. Krapp, der Mann, der sein Leben auf Bändern erzählt hat. Er lebt, um Bänder zu besprechen, die dann wieder sein Leben erzählen. Krapp, der fast 70 jährige Bananen und Alkohol liebende Greis, lebt in diesen Räumen.
Er wäscht sich und säuft im einen Raum und kommt im anderen Raum Bananen essend und Bänder besprechend zu sich.
In seiner erotischen Beziehung zu Bananen wird Lebendigkeit sichtbar, auch im Lauschen der 5.Spule aus der 3. Schachtel, als der Tod der Mutter und eine abgebrochene Liebe erzählt wird.
Krapp selbst erlebte dies mit 39 Jahren und kann jetzt, 30 Jahre später, nur sagen: „Gott sei Dank ist das wenigstens alles aus und vorbei!“. Er bespricht eine neue Spule, die dann im Sand liegen bleibt: Das letzte Band.
So die Geschichte.
Sie ist das wenigste.
Sobald die Musik im Theater beginnt, sind Sie, liebe Zuschauer, eingeladen, in Ihrem eigenen Leben inne zu halten, jene Rückschau zu leisten, die uns von unseren Bananen essenden Vorfahren unterscheidet.
Wir alle schauen zurück: am Geburtstag, an Silvester, in Krisenzeiten…
Wir suchen unseren roten Faden und hoffen so auf Kraft aus dem Früher für das Später.
Krapp schaut auch zurück.
Er hat seine Vergangenheit auf Spulen in Schachteln konserviert.
Er hört sie ab.
Die Mutter ist unbetrauert unter der Erde, die Liebe fand er „hoffnungslos und verfehlt, weiter zu machen“. Es scheint, dass das akribische Festhalten der Vergangenheit das Leben verhindert.
Was sehen Sie, wenn Sie zurück schauen?
Ist da eine Kraftquelle, die das Jetzt gelebt sein lässt und Zuversicht und Mut für das Später gibt?
Bei Krapp sicher nicht.
Wenn Sie im Theater sind, Christian Ohmann als Krapp begleiten, seine Wortlosigkeit im Jetzt aushalten und mit ihm den Säufer, der Bananen begehrt und sie sich einverleibt, spüren, sind Sie eine Stunde lang im Kokon Ihrer eigenen Geschichte, die sich abspult, weil nichts anderes da ist.
Ganz privat und ganz für sich sind Sie und nebenbei läuft ein Band. Krapp erlebt sich exemplarisch und Sie dürfen sich unterscheiden.
Sie begleiten ihn, weil er genau ist, konsequent in der Fähigkeit des Menschen. Sie begleiten sich, weil Sie ein Leben leben, gelebt haben und leben werden.
Sie haben eine unvergleichliche Stunde, weil Sie Krapp erleben und sich fühlen. Jörg Mohr bietet eine ganz schlichte Inszenierung an, die den Mut hat, still, handlungslos und unverblümt zu sein.
Christian Ohmann hat die schauspielerische Fähigkeit, Krapp zu zeigen, ohne ihn zu spielen.
Er spiegelt ihn – im Abhören des Bandes, im Trinken, Essen, sich schuldlos Waschen und im Schreien und Schweigen.
Er spricht ein nicht gelebtes Leben. Im Theater am Puls begrüßen Sie, wenn Sie in das Stück „Das letzte Band“ von Samuel Beckett gehen, der kubanische Song „Chan, Chan“, Sand, Tisch, Stuhl und ein weißer Vorhang.
Karg sieht die Bühne aus, karg bleibt sie auch, wenn der zweite Raum hinter dem Vorhang, sich zeigt.
Hier lebt Krapp.
Der alte, schlurfende, zerzauste Krapp, der – sich rhythmisch zu der Musik bewegen wollend – nichts als hilfloses Schlacksen mit Schirm hervor bringt. Krapp, der Mann, der sein Leben auf Bändern erzählt hat. Er lebt, um Bänder zu besprechen, die dann wieder sein Leben erzählen. Krapp, der fast 70 jährige Bananen und Alkohol liebende Greis, lebt in diesen Räumen.
Er wäscht sich und säuft im einen Raum und kommt im anderen Raum Bananen essend und Bänder besprechend zu sich.
In seiner erotischen Beziehung zu Bananen wird Lebendigkeit sichtbar, auch im Lauschen der 5.Spule aus der 3. Schachtel, als der Tod der Mutter und eine abgebrochene Liebe erzählt wird.
Krapp selbst erlebte dies mit 39 Jahren und kann jetzt, 30 Jahre später, nur sagen: „Gott sei Dank ist das wenigstens alles aus und vorbei!“. Er bespricht eine neue Spule, die dann im Sand liegen bleibt: Das letzte Band.
So die Geschichte.
Sie ist das wenigste.
Sobald die Musik im Theater beginnt, sind Sie, liebe Zuschauer, eingeladen, in Ihrem eigenen Leben inne zu halten, jene Rückschau zu leisten, die uns von unseren Bananen essenden Vorfahren unterscheidet.
Wir alle schauen zurück: am Geburtstag, an Silvester, in Krisenzeiten…
Wir suchen unseren roten Faden und hoffen so auf Kraft aus dem Früher für das Später.
Krapp schaut auch zurück.
Er hat seine Vergangenheit auf Spulen in Schachteln konserviert.
Er hört sie ab.
Die Mutter ist unbetrauert unter der Erde, die Liebe fand er „hoffnungslos und verfehlt, weiter zu machen“. Es scheint, dass das akribische Festhalten der Vergangenheit das Leben verhindert.
Was sehen Sie, wenn Sie zurück schauen?
Ist da eine Kraftquelle, die das Jetzt gelebt sein lässt und Zuversicht und Mut für das Später gibt?
Bei Krapp sicher nicht.
Wenn Sie im Theater sind, Christian Ohmann als Krapp begleiten, seine Wortlosigkeit im Jetzt aushalten und mit ihm den Säufer, der Bananen begehrt und sie sich einverleibt, spüren, sind Sie eine Stunde lang im Kokon Ihrer eigenen Geschichte, die sich abspult, weil nichts anderes da ist.
Ganz privat und ganz für sich sind Sie und nebenbei läuft ein Band. Krapp erlebt sich exemplarisch und Sie dürfen sich unterscheiden.
Sie begleiten ihn, weil er genau ist, konsequent in der Fähigkeit des Menschen. Sie begleiten sich, weil Sie ein Leben leben, gelebt haben und leben werden.
Sie haben eine unvergleichliche Stunde, weil Sie Krapp erleben und sich fühlen. Jörg Mohr bietet eine ganz schlichte Inszenierung an, die den Mut hat, still, handlungslos und unverblümt zu sein.
Christian Ohmann hat die schauspielerische Fähigkeit, Krapp zu zeigen, ohne ihn zu spielen.
Er spiegelt ihn – im Abhören des Bandes, im Trinken, Essen, sich schuldlos Waschen und im Schreien und Schweigen.
Er spricht ein nicht gelebtes Leben.
Samiya Bilgin, 11.03.2013


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